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Warum einen Kredit nehmen und nicht besser vorher sparen?

Der heutige Mensch möchte immer alles jetzt und sofort haben. Wenn die neuste Generation von Flachbildschirmen auf den Markt kommt, dann möchte man dazu gehören, wenn die Kollegen im Böro darüber fachsimpeln. Also her mit dem Kredit und ab in den nächsten Elektronikmarkt. Häufig bieten die Märkte dann noch sog. Nullfinanzierungen an, wo dem Kunden suggeriert wird, er könne bequem in Raten zahlen, ohne dasss dafür Kosten enstehen würden. Ja, so sind sie unsere Banken, immer nur auf den Vorteil des Kunden bedacht, das Geldverdienen steht bei ihnen an zweiter Stelle. Wer das glaubt, wird seelig. Natürlich verlangen die Banken Geld für den Kredit, in diesem Fall nur eben nicht von Ihnen, sondern vom Händler, den die Kreditkosten aber auf den Preis umlegt und somit wieder an Sie weiterreicht. Probieren Sie es einfach mal aus. Wenn Sie so ein Angebot mit 0% Finanzierung sehen, dann bieten Sie eine Barzahlung von 90% des Kaufpreises an und Sie werden sehen, wie viele Händler Ihnen entgegenkommen werden.

Welche Wirkung hat es eigentlich auf den Menschen, dass er nicht mehr wie früher dazu gezwungen ist, Geld zu sparen? Ganz einfach, wir schätzen das Erworbenene nicht mehr so wie früher. Wer einfach in den Laden gehen und sich kaufen kann, was er will, der verliert sehr schnell auch wieder das Interesse daran. So zahlen viele Menschen noch jahrelang für einen Gegenstand, den sie im besten Fall noch nicht mal mehr besitzen.

Wer dageben eine längere Zeit auf etwas hinspart, der spürt die Entbehrungen, der sieht seinen „Reichtum“ wachsen, bei dem steigt die Vorfreude auf den Moment, wenn es endlich soweit ist, dass er genug Geld zusammen hat, um sich das lang ersehnte Auto oder was auch immer, zu kaufen. Wer seine Anschaffungen auf diese Weise macht, der wird viel mehr und viel länger Freude daran haben.

Argumente für einen Kredit, jedenfalls aus der Sicht des Kunden, gibt es nur wenige. Junge Familien, deren Wohnung zu klein geworden ist, weil sich Nachwuchs angekündigt, die brauchen oft sofort viel Geld. Vom Kinderbett über die Erstausstattung, bis hin zu einer neuen Wohnungseinrichtung werden so Anschaffungen nötig, die man nicht einfach mal ein paar Jahre nach hinten schieben kann. Wäre es aber nicht viel besser, die Elterngeneration hätte für ihre Kinder gespart, so dass diese nicht mit einem Haufen von Schulden in ein neues Leben starten müssen. Sicherlich nicht wenige junge Familien zerbrechen daran, dass sich ihr Wohlstand auf Krediten aufbaut. Wird einer von beiden arbeitslos, so ist plötzlich alles in Gefahr. Wer kann unter so einem Damoklesschwert glücklich und entspannt leben?

Ich will Kredite nicht verteufeln, denn sie haben vielfach ihre Berechtigung. Ich sehe sie aber nicht als eine Erlaubnis zur grenzenlosen Verschwendung an, sondern als eine Art Gemeinschaftskasse, aus der man in der Not etwas entnehmen kann, was später wieder eingezahlt wird. Weder die Banken noch die Kunden haben etwas davon, wenn sich jemand per Kredit ins Unglück stürzt. Also aufgepasst und immer überlegen, ob man wirklich einen Kredit benötigt.

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